Glossar

Ableismus

ist die Reduzierung von Menschen auf ihren (nicht) behinderten Körper. Dabei werden Menschen aufgrund der Bewertung ihrer körperlichen, geistigen und emotionalen Fähigkeiten verurteilt. So zeigt sich Ableismus beispielsweise in den Klischees, dass alle Autist*innen Genies, oder Menschen im Rollstuhl bemitleidenswerte, Hilfe benötigende Menschen sind. Daraus folgt, dass diese als defizitär bewertet und mit ausgrenzenden und unangenehmen Folgen konfrontiert werden.

Ageismus

ist eine Diskriminierungsform, die der Annahme folgt, dass eine Altersgruppe minderwertiger als eine andere ist. Sie äußert sich beispielsweise durch Macht- und Ressourcenverteilung. Sie kann sich durch „Adultismus“ äußern, wenn zum Beispiel die Meinung von jüngeren Menschen, Jugendlichen oder Kindern weniger zählt als die von Erwachsenen. Auch älteren Personen werden ihre Fähigkeit sich Meinungen zu bilden und diese zu äußern oder auch körperliche Fähigkeiten sehr oft abgesprochen.

cis

ist innerhalb eines binären Geschlechtermodells eine Bezeichnung für Personen, deren soziales Geschlecht mit ihrem vermeintlichem biologischen Geschlecht übereinstimmt (zum entsprechenden Gegenbegriff siehe auch trans ).

Empowerment

bedeutet eine Stärkung der Positionen diskriminierter Personen, die es ihnen ermöglicht, eine größere Autonomie zu erreichen.

FLINT

steht für „Frauen, Lesben, Inter-, Non-Binary- und trans Personen“. Eingesetzt wird die Bezeichnung FLINT vor allem dann, wenn es darum geht, das Publikum eines halb-öffentlichen Raumes, der als Schutzraum ebenso wie als Ort des Empowerments für entsprechend marginalisierte Personen dienen soll, einzuschränken. Außerdem gibt es auf Demonstrationen manchmal FLINT-Blocks die dazu dienen sollen, entsprechend marginalisierte Personen und ihre Positionen sichtbar zu machen. Neben der Bezeichnung FLINT sind auch die Bezeichnungen FLTI oder FLIT gebräuchlich.

Fundis

ist eine gängige Bezeichnung für fundamentalistische Abtreibungsgegner*innen und andere religiöse (zumeist christliche) Fundamentalist*innen unter Pro Choice-Aktivist*innen.

Heteronormativität

bedeutet die Verklärung des heterosexuellen Lebensmodells zur gesellschaftlichen Norm und damit meist auch zur einzig vorstellbaren Form der Sexualität. Eng damit verbunden ist oft auch eine binäre Geschlechterordnung, die in einem angeblich bei der Geburt festgelegten Geschlecht sowohl Rollenbilder als auch sexuelle Orientierung vereint. Heteronormativität äußert sich auf subtile Weise beispielsweise in von Büchern, Filmen, Liedern und Werbung kulturell vermittelten Bildern von romantischen Beziehungen, die dort fast ausschließlich zwischen mann und Frau existieren.

Intersektionalität

beschreibt die Überschneidung von verschiedenen Diskriminierungsformen in einer Person. So kann eine Schwarze Frau zugleich von Rassismus und Sexismus betroffen sein. Dabei ist vor allem zu berücksichtigen, dass die dabei auftretenden Wechselwirkungen von Diskriminierungen oft ganz neue Diskriminiserungserfahrungen schaffen.

Inter

beschreibt Menschen, die gängigen biologischen Kategorisierungen zufolge weder Frau noch mann sind, sondern physische Merkmale von beiden (konstruierten) Geschlechtern aufweisen.

Konsensprinzip

ist eine Art, sich (als Gruppe) zu einigen, bei der es keine Mehrheit gibt, die entscheidet. Damit gibt es weder „Verlier*innen“ noch Kampfabstimmungen. Jede Stimme wird gehört, jede ist gleich viel wert und alle entscheiden zusammen, was gemacht wird. Am Ende sollten alle einverstanden mit der gefassten Entscheidung sein.

LGBTIQ

ist eine Abkürzung für „lesbian“ (lesbisch), „ gay“ (schwul), „bisexual“ (bisexuell), „transgender“, “intersexual” (intersexuell) und „queer“. Weitere gebräuchliche Abkürzungen, die weitestgehend für die gleiche Personengruppe stehen, sind LGBT , LGBTIAQ (A = asexual) und LGBTQ .

Macker

sind zumeist cis männer , die toxisch männliche Verhaltensweisen aufweisen, insbesondere das Bedürfnis, sich besonders in Szene setzen zu müssen und mit (angeblichen und vermeintlichen) „Helden“taten anzugeben, meistens, um Frauen zu beeindrucken. Viele Dinge, die sie tun, tun sie nur, um Eindruck zu schinden.

Maskulinismus

ist die Meinung, dass cis männer in der Gesellschaft mittlerweile diskriminiert werden. Vordergründig angelehnt an den Feminismus, fordern Maskulinisten die gesellschaftliche Förderung von männern und jungen , wobei es aber nur darum geht, eigene Privilegien beizubehalten und wenn möglich noch auszuweiten. Es wird ein Opfermythos beschworen, um eigene Postionen legimitieren zu können. Anknüpfungspunkte zu Rassismus und Seximus sowie weiteren rechten Inhalten gehen mit dieser Haltung meist einher. Meist wird die Bezeichnung Maskulismus synonym verwendet.

Nicht-Binär

beschreibt Personen, die sich weder als weiblich noch als männlich bzw. als Frau / mann verstehen.

Patriarchat

beschreibt die hierarchische Struktur von Beziehungen innerhalb der Gesellschaft, in der die Figur des vaters die Spitze einer an ihm orientierten Hierarchie bildet. Daraus folgt, dass ältere männer mehr zu sagen haben, als jüngere und väter mehr als die Söhne , und natürlich dass allgemein männer die Privilegierten sind, denn jeder von ihnen kann potenziell vater werden, im Gegensatz zu Frauen , trans und inter Personen.

PoC

steht für „Person of Color“ (Singular) bzw. „People of Color“ (Plural). Es ist eine Selbstbezeichnung, die alle Personen umfasst, die keine weißen Privilegien besitzen und die über gemeinsame oder immerhin ähnliche Erfahrungen mit Rassismus verfügen. Gebräuchlich ist die Bezeichnung vor allem im US-amerikanischen Sprachraum, aber auch im deutschsprachigen Raum findet der Begriff zunehmende Verbreitung.

Pro Life

ist die Geisteshaltung, dass das ungeborene Leben eines Kindes mehr zählt als der Wille der schwangeren Person. Somit sollte diese nicht das Recht haben, selbst zu entscheiden, ob sie ihr Kind austragen möchte oder nicht. Die körperliche Selbstbestimmung der schwangeren Person muss zugunsten des ungeborenen Kindes aufgegeben werden. Zu finden als Selbstbezeichnung christlich-fundamentalistischer Abtreibungsgegner*innen.

Queer

wird manchmal als Synonym für homosexuelle Personen verwendet. Bezeichnet aber auch Personen, die im Prozess sind, ihre sexuelle oder geschlechtliche Identität zu finden bzw. solche, die sich nicht in den Termini schwul, lesbisch, bisexuell, trans, inter, non-binary widerfinden.

Rape Culture

Eine Gesellschaft, in der Gewalt gegen Frauen als normal und “sexy” dargestellt wird und diese somit akzeptiert wird. Es handelt sich dabei um verbale, emotionale und physische Gewalt gleichermaßen. Es wird der Eindruck vermittelt, dass dies die Norm sei und damit nicht veränderbar. (Emilie Buchwald)

trans

ist innerhalb eines binären Geschlechtermodells eine Bezeichnung für Personen, deren soziales Geschlecht sich von ihrem vermeintlichen biologischen Geschlecht unterscheidet (zum entsprechenden Gegenbegriff siehe auch cis).

Victim Blaming

geschieht, wenn das Opfer eines Übergriffes oder Verbrechens ganz oder teilweise für den Vorfall verantwortlich gemacht wird. Wenn jemand z.B. davon redet, dass ein Opfer besser dies oder das getan hätte, um den Vorfall zu verhindern, ist das Victim Blaming.

WoC

steht für „Woman of Color“ (Singular) bzw. „Women of Color“ (Plural). Siehe auch PoC .